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Von der modernen Denkabstinenz – Eine Ausstiegsstrategie

Meinung und Faktum zu unterscheiden – heutzutage wird dies dem Normalbürger (warum auch immer irgendjemand stolz darauf sein sollte, völlig „normal“, also mittelmäßig zu sein) wahrlich nicht ganz leicht gemacht. Hinter so vielen Meldungen – ob im TV, Internet oder in den Printmedien – verstecken sich Intensionen, die von Marketingstreben und politischer Orientierung gefärbt sind. Dazu kommt ein schieres Überangebot derselben, was es vielen – auch ob ihrer eigenen prall gefüllten Zeitpläne – unmöglich macht, diesen angemessen nachzugehen.
Von einem Herren, den ich sehr schätze und der mir zum Geistesvater geworden ist – zudem wohl der gelehrteste Mann, den ich kennen darf – höre ich öfters: Dies und das sei nicht sein Gebiet und er könne sich darüber keine fundierte Meinung bilden. Wenn ich vor einer aktuellen Frage stehe, wie sie vielleicht gerade medial kursiert, welche weder seinen noch meinen Neigungen entspricht, kann er im Zweifelsfall besser des Pudels Kern offenlegen (meist nich…

Tempus fugit - Gott, dessen Ursache und das Absurde

In der 22. Ausgabe des 'Ewald & Ewald' erschien vor kurzem dieser Artikel aus meiner Feder. Er beleuchtet ein altes Dilemma. Wie kann ein Schöpfer, der allem was IST, als Ursache dient, doch selbst ohne Ursache sein? Was war "vor" dem Urknall und wie könnte die Realität eines Schöpfers aussehen?

Ob man nun selbst an Gott oder eine vergleichbare Entität glaubt, sei soweit obsolet. Fakt bleibt, unser Universum benötigt irgendeine erste Ursache, einen Ursprung. Ich nenne diesen Ursprung Gott, manche wiederum Allah oder Jahwe. In zunehmender Häufigkeit wird ebenso von einer "ersten Intelligenz" oder von "extradimensionalen Wesen" gesprochen. Dem Katholiken sei es erlaubt hier den alttestamentarischen Schöpfergott zu erkennen, für die Quintessenz dieses Artikels ist es jedoch gleich, wie man die Ursache des Universums in dem wir leben, nennt.

Vom Kreationismus, der allmählich über den großen Teich zu uns nach Europa gelangt, kann man halten was m…

Sherlock Holmes' Deduktion - Eine Philosophie für heute

In der 21. Ausgabe des 'Ewald & Ewald' (Niederrheinische Blätter für Weisheit und Kunst) erschien  folgender Artikel aus meiner Feder, welcher einerseits einen konkreten Fall des berühmten fiktiven Detektivs Sherlock Holmes beschreibt, diesen andererseits jedoch  auch einmal aus philosophischer Sicht unter die Lupe nimmt. Was hat die Methodik von Holmes mit der Philosophie der Aufklärung und deren Apologeten gemein? Und inwiefern ist die Holmes'sche Deduktion in ihren Grundzügen mit der "Mutter der abendländischen Philosophie", der Scholastik, vergleichbar? 

Wie weit ist doch dieses über hundert Jahre alte Beispiel des folgerichtigen Denkens von der Realität unseres sogenannten Informationszeitalters entfernt! Hat die gegenwärtige Gesellschaft in der Breite etwas eingebüßt? Etwa die Fähigkeit aus Vergangenen auf Gegenwärtiges zu schließen, um nur ein Exempel zu nennen? "Es gibt nichts neues unter der Sonne"... sagt schon der Bibelschreiber. Alles ist…